Das Security-Gateway-was ist das eigentlich und kann ich überhaupt noch etwas selber machen?
Diagnose-Sperre beim Schrauben: Welche Marke nutzt welches Security Gateway (und ab wann?)
Wer an modernen Autos schraubt, merkt schnell: Mal eben den Service zurücksetzen, die elektrische Parkbremse für den Bremsenwechsel in Servicestellung bringen oder eine neue Batterie anlernen funktioniert oft nicht mehr. Man kommt zwar mit dem Diagnosegerät in die Steuergeräte hinein und kann Fehler auslesen, das Löschen oder Schreiben (Codieren) wird jedoch blockiert.
Schuld daran ist das sogenannte Security Gateway (SGW) – eine digitale Firewall der Autohersteller, die Fremdzugriffe blockieren soll. Seit Juli 2024 müssen laut der UN-Regelung R155 ohnehin alle Neuwagen mit einem solchen Schutz ausgestattet sein. Doch viele Hersteller haben schon Jahre vorher damit angefangen.
Damit du bei deinem nächsten Projekt nicht frustriert vor der Werkstattwand stehst, findest du hier die Übersicht, wie die Systeme bei den einzelnen Herstellern heißen und ab welchem Baujahr du damit rechnen musst.
Die Hersteller-Systeme und Baujahre in der Übersicht
Hersteller / Konzern Name des Schutzsystems Eingeführt ab Baujahr / Modell Was bedeutet das für dich?
Stellantis / FCA(Fiat, Alfa, Jeep, Chrysler, Dodge, Opel) SGW (Security Gateway Module) Ab Mitte 2018 (z. B. Fiat 500X, Jeep Renegade, Alfa Giulia) Absoluter Vorreiter. Betrifft fast alle Modelle ab 2018/2020. Opel zog nach der Übernahme bei neuen Plattformen mit.
Volkswagen-Konzern (VW, Audi, Škoda, Seat, Cupra) SFD (Schutz der Fahrzeugdiagnose) & SFD2 Ab Ende 2019 (Einführung mit dem VW Golf 8 & der MQB-evo Plattform) SFD1 betrifft Modelle ab Ende 2019 (z. B. Golf 8, Octavia IV, Leon IV, ID.3). Seit Anfang 2024 greift das noch schärfere SFD2 (z. B. Golf 8.5, Passat B9, Tiguan III).
Hyundai / Kia / Genesis Central Gateway(mit Token-Schutz) Ab 2018 / 2020 (Vereinzelte Modelle ab 2018, Serie ab 2020) Betrifft frühe Modelle wie den Kia Ceed oder Hyundai Ioniq 5. Schreibzugriffe ohne Token-Zertifikat unmöglich.
Mercedes-Benz CeBAS (Certificate Based Access System) Ab 2020 / 2021 (Einführung mit der S-Klasse W223) Seit ca. 2021 in fast allen neuen Baureihen (wie C-Klasse W206, GLC X254 oder den EQ-Modellen) integriert.
Renault / Dacia Gateway-Modul für den Datenschutz Ab 2021 (z. B. Clio V Facelift, Zoe, Dacia Sandero III) Der Zugriff wird über zeitlich begrenzte Sitzungen (Token-Käufe) geregelt.
Ford FDCS (Ford Diagnostic Cyber Security) Ab 2021 / 2022 (Zuerst bei ausgewählten Nutzfahrzeugen und neuen Plattformen) Greift schleichend bei neueren Modellgenerationen (z. B. bei Modellen, die parallel zu VAG-Plattformen laufen).
BMW / Mini Secure OBD / SGBD Ab ca. 2020 Schutz durch kryptografisch abgesicherte Protokolle im zentralen Steuergerät.
Was heißt das für den Hobbyschrauber?
Die gute Nachricht vorweg: Fehlerspeicher auslesen und Messwerte anzeigen funktioniert bei fast allen Herstellern weiterhin ohne Probleme. Das Auto "schweigt" dich also nicht völlig an.
Möchtest du jedoch tiefer ins System eingreifen, hast du als Hobbyschrauber im Wesentlichen drei Optionen:
1. Kompatible Tools mit Cloud-Freischaltung nutzen: Beliebte Tools im privaten Bereich (wie z. B. VCDS oder OBD-Eleven für VAG-Fahrzeuge) haben für das SFD eine offizielle Lizenz integriert (Kostenpflichtig). Das Tool entsperrt das Steuergerät im Hintergrund automatisch über das Internet, sofern man ein passendes Abo/Guthaben hat.
2. Die Hardware-Brücke (SGW-Bypass): Besonders bei älteren Stellantis-Fahrzeugen (Fiat/Jeep ab 2018) gibt es im Zubehör billige "Bypass-Kabel". Dabei zieht man die Stecker vom originalen SGW-Modul ab und überbrückt sie mit dem Kabel direkt an einen zweiten OBD-Stecker. Für neuere Autos (ab 2024) und VAG-SFD funktioniert dieser Trick allerdings nicht mehr.
3. Offizielle Mehrmarkentester mit Cyber-Security-Management (CSM): Wer ein ambitionierteres Werkstatt-Diagnosegerät (z. B. von Launch, Autel oder Topdon) besitzt, kann über herstellerspezifische Jahrespakete offizielle Freischaltungen buchen. Das lohnt sich finanziell für den privaten Gebrauch allerdings meist nur, wenn man sehr viel an unterschiedlichen Autos schraubt.
Fazit: Schau vor dem Kauf deines nächsten Projektautos genau auf das Baujahr. Liegt es nach den oben genannten Grenzen, solltest du vorab prüfen, ob dein Diagnosegerät den Schutz des jeweiligen Herstellers unterstützt, damit der Bremsen- oder Batteriewechsel nicht zur Zwangspause führt!
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VAG-Gruppe Schutz der Fahrzeug-Diagnose-SFD1 und SFD2
SFD steht für „Schutz der Fahrzeug-Diagnose“ (im Englischen auch als Protection of Vehicle Diagnostics bezeichnet). Es handelt sich um ein Sicherheits- und Authentifizierungskonzept, das von der Volkswagen AG (VAG) für Fahrzeuge der Marken VW, Audi, SEAT, Škoda und Cupra eingeführt wurde.
Warum wurde SFD eingeführt?
Mit der zunehmenden Vernetzung moderner Fahrzeuge (z. B. durch Over-the-Air-Updates und Fahrassistenzsysteme) gestiegen auch die gesetzlichen Auflagen (wie die UN/ECE-Regelungen R155/R156 für Cybersicherheit). SFD schützt das Fahrzeug vor unbefugten Zugriffen, Manipulationen der Fahrzeugsoftware und Tacho- bzw. Konfigurationsfälschungen.
Welche Fahrzeuge und Funktionen sind betroffen?
Die Einführung von SFD erfolgte bei der Volkswagen AG stufenweise. Der Schutz betrifft im Wesentlichen Fahrzeuge, die auf der MQBevo-Plattform, der Elektro-Plattform MEB sowie der Oberklasse-Plattform PPE basieren, sowie Modellausführungen ab dem Modelljahr 2020.
SFD 1 (1. Generation)
- Einführung: Ab ca. 2019/2020 mit der MQB-evo-Plattform (z. B. Golf 8).
- Funktionsweise: Nach einer einmaligen Online-Authentifizierung und dem Anfordern eines herstellersignierten Tokens wird das Steuergerät temporär für Änderungen entsperrt.
- Änderungen: Nach erfolgreichem Entsperren sind uneingeschränkte Codierungen, Anpassungen oder Stellgliedtests im entsperrten Bereich möglich.
SFD 2 (2. Generation)
- Einführung: Vermehrt in neueren Fahrzeugmodellen und Modelljahren ab ca. 2024 (erkennbar an bestimmten PR-Nummern wie NI1, NI7-NI9).
- Funktionsweise: Eine einfache, einmalige Online-Freischaltung des gesamten Moduls reicht nicht mehr aus.
- Kryptografische Signatur: Jede einzelne schreibende Aktion (jede einzelne Codierung oder Anpassung) muss separat digital vom Hersteller signiert und autorisiert werden
- Auswirkung für SFD 2: Freie Nachrüstungen (Retrofits) oder nachträgliche Codierungen durch Drittanbieter oder Diagnose-Tools werden dadurch massiv erschwert oder blockiert, da das VW-Backend jede einzelne Änderung explizit absegnen muss.
Volkswagen (VW)
Golf: Golf 8 (CD) (ab Ende 2019/2020)
ID.-Familie: ID.3, ID.4, ID.5, ID.7, ID. Buzz (alle Baujahre)
Passat: Passat B9 (ab 2023)
Tiguan: Tiguan 3 / III (ab 2024)
Tayron: (ab 2024)
Multivan / Transporter: Multivan (ST / T7) (ab 2021), Transporter T7 (ab 2024)
Caddy: Caddy 5 (SB) (ab 2020)
Arteon: Modellpflege (ab MJ 2021 teils auf einzelnen Steuergeräten)
Audi
A3 / S3 / RS3: A3 8Y (ab 2020)
Q4 e-tron: Q4 e-tron / Sportback (alle Baujahre)
Q6 e-tron: Q6 e-tron (ab 2024, PPE-Plattform mit SFD/SFD2)
A5 / S5: A5 B10 / 5. Gen (ab 2024)
e-tron GT: (ab Facelift 2024 teils betroffen)
Škoda
Octavia: Octavia IV (NX) (ab 2020)
Enyaq: Enyaq iV / Coupé (alle Baujahre)
Superb: Superb IV (B9) (ab 2024)
Kodiaq: Kodiaq II (ab 2024)
SEAT & Cupra
Leon: SEAT / Cupra Leon KL (ab 2020)
Formentor: Cupra Formentor (ab 2020)
Born: Cupra Born (alle Baujahre)
Tavascan: Cupra Tavascan (ab 2024)
Terramar: Cupra Terramar (ab 2024)
Nutzfahrzeuge & weitere Konzernmarken
Ford: Tourneo Connect / Transit Connect (3. Gen, ab 2022 – Baugleich mit VW Caddy 5)
Porsche: Macan Electric (ab 2024, PPE-Plattform)
Was weiterhin OHNE SFD-Freischaltung funktioniert:
Auslesen und Löschen des Fehlerspeichers
Messwerte / Live-Daten anzeigen
Erstellen eines Auto-Scans
Was SFD GESCHÜTZT ist (Schreibzugriffe):
Codierungen von Steuergeräten
Anpassungen (Adaptionen) und Grundeinstellungen
Stellgliedtests
Wie funktioniert das SFD-Verfahren?
Anstelle früherer statischer Zugriffscodes oder Logins basiert SFD auf einer Online-Authentifizierung:
1. Das Diagnosegerät (z. B. VCDS, OBDeleven, ODIS, Avdi) stellt eine Anfrage für ein SFD-geschütztes Steuergerät.
2. Es wird eine kryptografische Anfrage (Anforderungstoken) generiert.
3. Über das VW-Händlerportal bzw. einen autorisierten Server wird der Benutzer verifiziert und ein zeitlich begrenzter Freischalt-Token (meist für 90 Minuten gültig) ausgestellt.
4. Nach Eingabe des Tokens schaltet das Steuergerät die erweiterten Schreibfunktionen temporär frei.
Entwicklung: SFD vs. SFD2
SFD (SFD1): Ermöglicht die Token-Freischaltung für erweiterte Codierungen und Anpassungen.
SFD2 (UNECE-Standard ab ca. 2024): Erweitert das System um Ende-zu-Ende-Signaturen. Bei SFD2 muss jede einzelne Änderung individuell kryptografisch vom Hersteller-Server signiert sein, was unautorisierte Nachrüstungen (Retrofits) weiter erschwert. Bei SFD 2 muss zusätzlich auch noch der Diagnosefilter im Steuergerät deaktiviert werden, damit der Zugriff möglich ist.
Konzernweite Vollabdeckung (ab MJ 2024):
Alle neu homologierten Modellreihen und großen Facelifts des VAG-Konzerns ab Mitte 2024 verfügen serienmäßig über SFD bzw. den erweiterten SFD2-Standard.
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Zahnriemen im Öl-wer hat sich das denn einfallen lassen?
Ich habe damals in meiner Ausbildung eingetrichtert bekommen, dass Gummi und Öl sich nicht vertragen. Einige moderne Motoren haben heute Zahnriemen, die im Ölbad betrieben werden. Diese sollen eine geräuscharme und effizientere Antriebsoption darstellen, so z.B. von Ford der 1.0l Ecoboost. Sie reduzieren Reibungsverluste, senken den Spritverbrauch und minimieren Abgase. Zudem dämpft das Öl Vibrationen, was zu einem gleichmäßigeren und ruhigeren Motorlauf beiträgt. Allerdings bringt diese "tolle" Technik auch Probleme mit sich. Die Verwendung von falschem Motoröl, Verdünnung des Motoröl durch Kraftstoff und das Missachten der Wechselintervalle des Zahnriemens können zu teuren Folgeschäden führen. Nachfolgend findet ihr den Link zu einem interessanten Artikel der AUTO-Bild zu diesem Thema. Hier wird auch aufgelistet, bei welchen Motoren der Zahnriemen im Öl läuft.